Montag, 10. August 2015

JFR Moon:track:by:track



Der hieran mitgetheilte Zeitgenosse JFR Moon (nach gesetzlichen Bestimmungen geführter Personenname: Fabian David Drung), Studiosus der schwindenden Künste zu Stuttgart item rekrutierte Fleisch- marionette zu Human Abfall, sei officiell zur Fahndung ausge- schrieben ob der Veröffentlichung des Polyvinylchlorid-Tonträgers „Honey I Can't Concentrate I'm Collecting Minerals On My Body“ (2015) unter der Schirmherrschaft von Treibender Teppich Records sowie dessen Verbreitung im öffentlichen Raume in Kollaboration mit der Bande „The Destructive Characters“ alias Kevin Kuhn (Die Nerven, Wolf Mountains), Dennis Melster (The Blue Angel Lounge) und Martha „Rose“ Rowsell (and my horses), als dessen Hauptmotive geltend sind:

Honey. Opener. Girl. Papier zerreißen. Eigentlich sollte die Platte „drinking“ heißen. Wurde dann aber zerrissen. Irgendwie geht es um Trennung, von Papier – oder Lovern.

I. Nach vorne. Ein noisig-sweeter Popsong zwischen Jesus & Mary Chain und The Pastels. War sehr stolz über die Orgel-Melodie, die ich über den Gesang gefunden habe. War mir sicher, dass ich gerade einen Pop-Hit geschrieben hatte. Textlich geht es um die „fuck off“- Haltung, die man manchmal braucht, um von Altem loszulassen.

Can't. Alle Songs sind im Grundgerüst in riesigen, hohen Räumen in einem Wohnatelier in Berlin-Hohenschönhausen aufgenommen. Can't soll ein Song sein, der an Kontemplation & weite Landschaften erinnert. Die Möglichkeit, aus neu gewonnenem Raum etwas Positives zu schaffen.

Concentrate. Ist, glaub' ich, die verspulteste Nummer auf der Platte. Muss dabei immer an die Wasserfälle im Intro von Twin Peaks denken.

I'm Collecting. Den Song habe ich um halb 5 Uhr nachts geschrieben, als ich von einer Schicht in der Bar nach Hause kam. Habe die Gitarre genommen und so lange an den Wirbeln gedreht, bis dieses open tuning rauskam. Nur As und Ds. Dann versuchte ich, eine Spacemen 3-Nummer daraus zu machen. Finde es vielleicht den Inter- essantesten der Platte. Auch wenn manche Leute meinen, es sei zu sehr ein Schlaflied. „I'll take my time“ ist so ziemlich das Credo der Platte.

Minerals. Mein Favorit neben Honey. Mit Geige und Vocals von Martha Rose. Kann sonst leider nicht viel zum Track sagen. Zu persönlich.

On. „My semi-consciousness / semi-attached“. Unterbewusstsein & Konzentrationsschwäche. Unwohlsein, Unschärfe. „Recover to old form“, „Whatever reminds me of my youth“. Doch wieder mehr textbetont. Hier kommt der Korg Pocket-Synth zum Einsatz. Sehr zu empfehlen. 40 Euro, tragbar und hat ein analoges Delay. Kann man prima auf Autofahrten zum Zeitvertreib benutzen... Der Song handelt nebenbei von den Windmühlen, die man neben der Autobahn irgendwo zwischen Berlin und Leipzig sehen kann.

My. Die Ballade & possibly Single. Habe mich da auf Nikki Sudden gestützt. Habe ihn vor ca. zehn Jahren in der Kiste in Stuttgart gesehen. War wohl das beeindruckendste Konzert, das ich je gesehen habe – vielleicht auch, weil nur ca. 15 Leute im Publikum waren. Sehr wichtig für den „Akustik-Gitarrren“-Style, der auf der Platte dominiert. Das Konzert hatte eine enorme Tiefe und Direktheit. R.I.P.

Body. Vielleicht der most „sad“ Song auf der Platte – schleppt sich bis zum Ende und löst sich dann in feinen Synth-Weiten auf. „I'm a drifter in the wild, black noise.“

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