Freitag, 13. März 2015

Dagobert:track:by:track

Afrika • 20. März 2015 • Buback Tonträger • dagobert-musik.de


Ein trefflicher Abgang!
In der Kunst der Sekunde
verschwindet der Sänger,
entschwindet 11 Kilogramm
eckiger Minne: Treffer!

Inmitten der Verwüstung findet sich,
niedergelassen auf seinen acht Leuchtbuchstaben,
ein Schatten; er hält für einen Moment, für zwei
Momente den Kopf im Frack vergraben;

Allein im Dritten schnellt er -
einer Witterung nicht ungleich-
auf, beginnt, um den Kasten zu kreisen
stolpert bei sechsundsechzig Grad über
ein Reiskorn, darauf eingraviert:

AFRIKA_ Der Titelsong entstand in meinem Panixer Bergexil, als ich nach dreieinhalb Jahren Einsamkeit keinen Weg mehr gesehen hatte, der mich in die Gesellschaft hätte zurückführen können. Meine Idee war es, nach Afrika auszuwandern und mich da als Nomade durchzu- schlagen. Auf diese Zukunft hatte ich mich auch einigermaßen seriös vorbereitet mit diversen Selbstexperimenten, die mich gegen Wetter- einflüsse und Nahrungsentzug abgehärtet haben.

WIR LEBEN ANEINANDER VORBEI_ Den Song mochte ich eigentlich nicht besonders, bis Konstantin Gropper ihn mir auf seiner 12-String vorgezupft hatte. Plötzlich verstand ich selber, was ich da geschrieben hatte. Seit Mille Petrozza ihn noch mit einem Top-Of-The World-Gitarrensolo veredelt hat, ist er schon fast mein Lieblings- song auf dem Album.

ZEHN JAHRE_ Ein Song über einen Heiratsantrag, der nett abgelehnt wurde, was ich aber viele Jahre lang nicht kapiert hatte und deshalb weiterhin voller Hoffnung dutzende von Liebesliedern für diese eine Frau geschrieben hatte.

ANGELN GEHEN_ Eigentlich bin ich ja Veganer und angeln zu gehen ist für mich weiß Gott keine schöne Vorstellung, aber da ich seit jeher fast ausschließlich Geschichten aus Entenhausen lese und die Protagonisten da bevorzugt angeln gehen, wenn sie es sich richtig gut gehen lassen wollen, habe ich diese Idee einfach übernommen. Seit mein Produzent Markus Ganter über mein recht sperriges Arrangement einen 60er-Jahre-Motown-Beat gelegt hat, ist mir der Song noch lieber geworden.

MOONLIGHT BAY_ Als Doris Day in "Spion in Spitzenhöschen" Soft As The Starlight gesungen hat, war es um mich geschehen. Sie ist seither meine liebste Schauspielerin und Sängerin und hat viel Glück und Freude in mein Leben gebracht. Ein bisschen davon wollte ich ihr mit diesem Song zurückgeben.

DU BIST TOT_ Einer von den Songs, an die ich mich selber wohl nie gewöhnen werden kann, er ist noch persönlicher und direkter, als ich es grundsätzlich sowieso von meinen Liedern erwarte, so sehr, dass es jedesmal wieder weh tut. Musikalischer Höhepunkt ist das geniale Gitarrensolo von Markus Ganter mit dem wunderschönen Background- gesang meiner Managerin.

AM NATRONSEE_ Da mir die Musik im Grunde genommen mehr Wert ist als das geschriebene Wort, wollte ich auch eine instrumentale Nummer auf dem Album haben und bin überglücklich, dass mein absoluter Musikgott Mille Petrozza von meiner Lieblingsband Kreator mit seiner Gitarre durch den Song führt.

REDE MIT MIR_ Ein einfacher Song über ein einfaches zwischenmensch- liches Problem, das auf gespenstische Weise doch immer wieder nicht so einfach zu lösen ist.

SEHNSUCHT_ Vielleicht der einzige Song, den ich für absolut niemanden geschrieben habe - merkwürdig, dass er trotzdem so voller Gefühle ist. Selbst wenn man seine Wünsche und Bedürfnisse nicht an einer existierenden Person festmachen kann, kann man immer noch Musik machen; für mich eine wesentliche Erkenntnis.

JENNY_ Zur Abwechslung mal ein Freundschaftslied für meine liebe Freundin Jenny, die mir das Leben schon oft sehr erleichtert hat und immer für mich da ist. Ich würde gerne mehr Songs für Freunde schreiben, kann aber leider nicht selber entscheiden, worüber ich schreibe, weil meine Texte immer aus irgendwelchen Untiefen meiner Psyche kommen, in die ich nicht einzudringen vermag mit meinem bloßen Intellekt.

DAS TRAURIGE ENDE EINES SCHÖNEN TAGES_ Wie wenig Kontrolle man über sein Leben haben kann und wie uns immer Tod und Sinnlosigkeit im Nacken sitzen, auch wenn eigentlich alles schön ist. Gut, dass man das meistens nicht mitkriegt, manchmal aber wird man heimgesucht, so wie an diesem traurigen Ende eines schönen Tages.

Also verschwand Dagobert.

Sonntag, 1. März 2015

lied zum sonntag: March, Song Of The Lark (G Minor)

The field shimmering with flowers,
the stars swirling in the heavens,
the song of the lark
fills the blue abyss.
Apollon Maykov