Montag, 29. Juli 2013

SOUNDRIVE FESTIVAL '13

I l s e b i l l   s a l z t e   n a c h. 

Drei Worte, die 2007 zum schönsten Romanbeginn der deutschsprachigen Literatur erkoren wurden. Wie jener erste Satz aus Günter Grass 'Der Butt' beim Aussprechen auf der Zungenspitze buchstäblich lieb- tänzelt, ehe er zergeht, lesen sich auch die Zeilen des diesjährigen SOUNDRIVE FESTS von 16.-18. August an der polnischen Ostseeküste: Mit einer erlesenen Auswahl an heimischen wie internationalen Künstlern aufwartend und darin Nischengeschmack beweisend, treibt das Line-Up einem jeden musikalischen Feingeist Pipi in die Augen und, was gesagt werden muss, der gerade einmal in seiner zweiten Edition befindliche Jungspund lässt dabei so manchen Festival- kollegen alt aussehen!
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"Ethnotronica" nennt sich ihr Genre. Allein bringt es die Band RAINBOW ARABIA aus Kalifornien zustande, live weitaus mehr zu überzeugen als auf Platte, denn was an so mancher Stelle wie Gummibärchensound in den Ohren klebt, klingt und wirkt auf der Bühne umso authentischer: Vom treibenden Schlagzeugspiel emporgetragen und mit hauchdünnem Synthie-Sound überzogen, mäandrieren kristallklare Gitarrenklänge durch das bunte Treiben auf der Bühne; Während sich Sängerin & Gitarristin Tiffany Preston Kapriolen schlagend im Takt zur eigenen Musik windet, gleichsam einem Metronom, lässt sich ihr Gesang ob seines hellen Timbres wie Zuckerguss nieder auf das Klangbild, dessen Kolorit sich aller Farben des Regenbogens bedient.

Der verheißungsvolle Moment, als Luis Vasquez eine bereits längst verstaubt-vergessene Aufnahme von „When It's Over“ in die Hände fällt, markiert die Wiederauferstehung von THE SOFT MOON: Durch das Demo an seine eigentliche Leidenschaft rückbesinnt, verwirft Vasquez seine jahrelange Tätigkeit als Grafik-Designer und konzentriert sich stattdessen auf Ausarbeitung und Formvollendung des musikalischen Projektes. Entsprechend dem Schaffens-Credo „Turn yourself inside out“, welches ursprünglich als Debüt-Albumtitel gedacht war, vertont Vasquez den introspektiven Blick in schwindelerregende Tiefen, wobei der von Schatten umwölkte Abgrund ins rechte musikalische Licht gerückt wird, darüber sich verweht Worte entladen.

Berlin, Mitte. An einem Samstag im Dezember. Mirko alias John Boy Adonis, Schlagzeuger bei King Khan & The Shrines, legt auf in der Kim Bar am Rosenthaler Platz, wo sich die Klinke in die Hand gibt, wer nichts auf sich hält. Mit dabei im musikalischen Repertoire: 'Forever Dolphin Love'. Als der Track des gleichnamigen Albums er- klingt, um sodann in Etappen die Sinne zu betören, ist nichts mehr wie zuvor: Einem Lauffeuer gleich verbreitet sich der Name des Künstlers CONNAN MOCKASIN über den Plattenteller des Kim hinaus und katapultiert den „neuseeländischen Jimi Hendrix“ in das Musik- bewusstsein der Gegenwart. „Der letzte Schrei!“ (Edvard Munch)

Die Musiker der englischen Band EGYPTIAN HIP HOP, deren 'John Baker' an die ätherische Qualität von Mockasins 'It's Choade My Dear' zu erinnern vermag, sind ebenso bekennende dolphin lovers wie ihre (Lands-)Kollegen TOY. Frontmann Tom Dougall beschreibt, die Musik klinge, als befände man sich Unterwasser. Dem Quintett aus Brighton wurden erst kürzlich Vergnügen & Ehre zuteil, in London als Sound Carriers an der Seite von Damo Suzuki zu spielen, zusammen mit Listing Ships. Die Anfrage von Bobby Gillespie, dieses Musik- kollektiv um ein weiteres, namentlich sein Bewusstsein zu erweitern, wurde zwar bestätigt, scheiterte letztendlich jedoch an Gillespies Abwesenheit. Oh, Bobby G, where have you been?

In Zeiten, in denen Krautrock zum guten Ton gehört, ist es äußerst erfrischend, mal wieder New Weird America-esque berührt und verzaubert zu werden: Das Trio ENCHANTED HUNTERS aus Danzig, der Günter Grass'schen Geburtsstadt und gleichzeitig Standort des Festivals, macht zur Abwechslung Folk salonfähig und ruft unweigerlich ins Gehör, dass die beständige Hommage an Klaus Dinger, die sich zu wiederholen beginnt wie der Motorik- bzw. Apache-Beat selbst, Gefahr läuft, aus den Ohren rauszuhängen.

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Sonntag, 21. Juli 2013

lied zum sonntag: run run

Irina and I made up Run Run at the very end of 2009. It was one of the first songs we made up completely together, and I'm not sure if we had started a band at that point. She had just moved from Ohio to England, Christmas was coming up and there was still a lot of happy confusion to get our heads around. We were at my family's house near Brighton for a couple of weeks, and spent a lot of time walking in the snow at night, after being lazy all day. Just outside the town, we found a spot where the snow and the cloudy night sky and the reflections over the sea were identically blank, and ran. My sister Rhiannon was there, and MoreEats even visited as well. We all sung together, and invited distant friends to do the same, even if they didn't know what they were singing along to. We took a tape deck to the beach on new years eve, and finally took turns pretending to be Maureen Tucker.—— Nicol Parkinson

Mittwoch, 3. Juli 2013

Also sprach Holger Czukay :::

kraftwerk waren zwar auch eine band, aber letzten endes haben sie das band-prinzip zugunsten eines klang-designs aufgegeben;