Dienstag, 17. Dezember 2013

PB:track:by:track

by luca bruno
Traumwandlerisch beleuchtet der musika- lische Autodidakt Philipp Bellinger Glanzlichter und Schattenseiten der Wirklichkeit: Seit März diesen Jahres existiert via Regahl records sein zweites Album pb, welches im Herbst 2012 in Eigenregie aufgenommen wurde. Hierfür zum Studio umfunktioniert wurden die heiligen Räume der Berliner KIM Bar: Des Nachtens ein Ort, an dem sich die Klinke in die Hand gibt, wer nichts auf sich hält, verwandelt sich das KIM hinter verschlossenen Türen in ein künstleri- sches Sammelsurium und fungiert beispielsweise als Aufnahmeort, Proberaum oder ewige Kulisse für die Plattencover von Thieves Like Us. Was sich im Innenleben besagten Albums verbirgt, welches diesem Inspirationsquell am Rosenthaler Platz entsprungen ist, erläutert Lied für Lied höchstpersönlich: Dagoberts Pianist & Gitarrist PB :::

Boy In A Tree. Eine Inzest-Geschichte im Garten Eden: Adam und Eva haben einen Sohn. Adam verstirbt an einer mysteriösen Krankheit, Eva haut ab und lässt den gemeinsamen Knaben im Paradies zurück. Die Mutter verlangt von ihm, dass er Adams Platz einnimmt, um ihre Sünde zu vertuschen und die angeblich natürliche Ordnung wiederher- zustellen. Jedoch spielen für die Gefühlslage des Jungen weder christliche Menschheitsgeschichte noch Freud'sche Sexualtheorien (Ödipuskomplex) eine Rolle; der Knabe weigert sich und versteckt sich stattdessen auf dem Baum der Erkenntnis. Symbolhaft wird dargestellt, was in seiner Komplexität sonst kaum zu erfassen wäre: Letztendlich geht es um die Auflehnung der Jugend gegen erfundene, verlogene Weltbilder und das Gefühl eines Heranwachsenden sowohl Ursache als auch Produkt der Verfehlungen seiner vorigen Generation zu sein. Gedacht als musikalischer Aufschrei mit einer Saxophon-Begleitung, die ich wahrscheinlich irgendwo bei Bowie aufgeschnappt habe.

1st Dreamsong. Mit einem Bass von The Cure, Geflüster und allerlei seltsamen Piano-Klängen versuche ich eine traumartige Atmosphäre zu erzeugen, um einen tatsächlichen Traum von mir nachzuerzählen: Ich bin ein Kannibale und meine Liebste versteckt mich in einem Geheimzimmer. Sie bringt mir täglich Essen, doch eines Tages bleibt ihr Besuch aus. Schließlich durchsuchen ihre Freunde, Angehörigen oder die Polizei das Haus und finden mich. Es stellt sich heraus, dass sie sich selbst, Stück für Stück, an mich verfüttert hat. Ich werde verhört, aber hatte ja keine Ahnung, was sie mir zu Essen gab und so verwandle ich mich in einen Heilbutt, einen hässlichen Fisch wie in dem Märchen „Der Fischer und seine Frau“ und springe in einen Zaubersee. Dort höre ich die Stimme meiner Liebsten aus einer anderen Sphäre zu mir sprechen. Sie sagt, dass sie mich eines Tages angeln und anschließend zu Hause in der Pfanne braten werde; somit werde ich dann von ihr verspeist werden. Ein surreales Bild für eine Liebesbeziehung. Laut Traumsymbolik ist der See die Heimat magischer Weiblichkeit, der Fisch symbolisiert die Gefühlswelt, das Unter- bewusste. Ein Kannibale ist jemand, der eine Beziehung aufnehmen möchte, aber gleichzeitig noch emotionaler Besitz einer anderen Person ist. Zum Thema Verhör steht im Traumlexikon: “Der Träumende geht mit sich selbst hart ins Gericht und hinterfragt die Richtigkeit seines Verhaltens. Neben dieser Selbstanalyse kann sich durch ein Verhör auch der Wunsch nach stärkerer Einbeziehung in eine Gemeinschaft ausdrücken: Man hat etwas zu sagen und braucht Zuhörer.”

Down By The Pier. Alles begann mit einer handkolorierten Postkarte: Das Motiv war der Brighton Pier bei Nacht, ganz klein im Bild die Silhouette eines Mannes. Der Song ist ein episches, sentimentales Werk mit augenzwinkerndem Sprechteil und ebenso klassischem Saxophon. Ich bringe Dinge, die man eigentlich nicht richtig ernst meint, gerne so dar, als ginge es um Leben und Tod. Vielleicht wollte ich ja eine Lanze brechen für alle unheilbaren Romantiker.

Stranger. Zwei Schützengräben im Ersten Weltkrieg, in jedem hockt ein Soldat. Sie sind Feinde und doch gleicht sich ihre Situation so sehr, dass sie sich in ihrer gottverlassenen, absurden Lage das einzig Vertraute sind. Nebelschwaden ziehen über eine zerschossene Landschaft, das verzweifelte Saxophon von Max Hacker weint zärtlich über verlassene Schlachtfelder. Wie unmöglich es den Menschen doch ist, sich einander wirklich zu nähern.

by dada imhoff
Be Still And Shine. Imitieren ist mein Ding und ich wollte auch so etwas machen wie Jeans Wilder in seinem schönen Lied 'Sparkler', welches mir Zara auf ein Mixtape gepackt hat. Die Message lautet in etwa: Lass uns aufhören zu streiten, halte den Mund und lass mich dich einfach so sehen wie du bist, ohne vergiftete Ge- schichten. Das kann, muss sich aber nicht an jemand anderen richten, solche Dinge kann man sich getrost auch mal selbst sagen. Und falls man sich fragt, wo er denn sein soll, dieser Ort nicht weit weg von all dem Wahnsinn, an dem man wie in einer kleinen Rettungsblase einfach still sein & strahlen kann, dann hört man gleich an den liebevollen Melotron-Streichern, dem wiegendem 6/8-Beat und der in weichem Hall gebetteten Tweng-Tweng Gitarre: Dies ist der Ort, genau hier in dem Song.

In Her Heart. Die Irre. Sie kommt von irgendwo und geht nach nirgendwo. Deppen-Männer wie ich denken gönnerhaft, sie wären einzigartig genug, um dieses gestrandete Wesen zu retten und vor der banalen Lächerlichkeit dieser Welt zu schützen. Doch die Irre will gar nicht gerettet werden! Sie nimmt so ziemlich alles, gibt nichts und wenn sie merkt, dass sie sich und den anderen nicht mehr lange was vormachen kann, zieht sie weiter. Musikalisch irgendwo an 'Hitsville UK' von The Clash und 'Easy Lover' von Phil Collins angelehnt, welche ja wiederum an Motown Soul angelehnt sind, was für meinen Song aber eigentlich Wurst ist. Denn hier sollen eher Gefühlswelten evoziert werden, denen mit einer normalen Erzählung nicht mehr beizukommen ist. Wichtig ist mir nur, dass es in der Musik eine treibende Bewegung gibt.

When I Was A Girl. Hier steckt ein bisschen von 'Time Machine' drin, einem der vielen tollen Stücke der 90er Jahre Band RIDE, zu deren Musik ich viele Tage verträumt habe Damals war ich ungefähr 15 Jahre alt und hing im schwarzen Schwarzwald rum. Ich mochte nicht saufen, ich mochte nicht kiffen, ich mochte mich nicht für Mädchen interessieren und wollte offensichtlich das Phantasiereich meiner Kindheit nicht verlassen. Ich dachte Erwachsenwerden bedeute, alles Märchenhafte zu verlieren, um dann auf einmal dafür bezahlen zu müssen. Natürlich wollte ich sowieso auch kein Mann werden und auch keine Frau, weil die ja von den Männern misshandelt werden. So habe ich mich für beide Rollen nicht interessiert; weder für den Schinder noch die Geschundene. Ich beschloss ganz tief in meinem Inneren, immer ein kleines Mädchen zu bleiben, um mir dann selbst beim Zaubern helfen zu können.

Up In The Castle. Eine politische Parabel: Die Oberen sind ja nicht wirklich anders als wir, sie leben einfach in einer anderen Welt. Sind sie glücklicher? Der Zusammenhang von Begehren (desire) und Schande (shame) mag etwas platt wirken, sprich die Meinung, dass Erfolg, Geld, Macht nur möglich seien, wenn man zu Schandhaftem imstande ist. Mit dem Gitarrensolo am Schluss huldige ich dem Gitarristen der Scorpions: Rudi Schenker. Obwohl er eigentlich der Rhythmusgitarrist ist, spielt bei den Balladen fast immer Rudi die gefühlvollen Soli.

So Near / So Far. … ist ein nach Genuss der Carl-Theodor Dreyer Filme 'Vredens Dag' (Day Of Wrath) und 'Ordet' (The Word) im absoluten Schockzustand spontan auf Diktiergerät festgehaltenes Instrumentalstück.

Engel gefunden. Ich stell mir immer vor, der Song würde von Stefan Sulke produziert werden und Hildegard Knef sänge ihn ein. Der Text ist eine leicht überarbeitete Version eines Songtextes, den mir mein Kumpel Wolfram Lotz - inzwischen erfolgreicher Verfasser absurder Theaterstücke – einmal gegeben hat. Das kam so: Ich bat ihn, mir einen deutschen Text zu schreiben, damit ich einen Song daraus machen könnte. Was er mir schließlich schickte, berührte mich dermaßen, dass ich vor Aufregung fast heulen musste. Es kostete mich ziemlich viel Arbeit, den Zeilen eine Melodie abzuringen, aber ich wollte nicht versagen und unbedingt der Tiefe und Poetik der Wörter musikalisch gerecht werden. Heraus kam eine recht ruhige Nummer mit dem Titel 'Alles, Was Zu Sehen Ist'. Ich schickte ihm die Aufnahmen und wartete gespannt auf Antwort. “Tut mir leid wegen der Scheiß-Lyrics”, schrieb er mir. “Da konnte ja nix bei rauskommen. Sorry. Hier haste einen neuen Text.” So entstand 'Engel gefunden'. Für mich ist es kein religiöses Lied, vielmehr geht es um Verantwortung, die wir immerzu gerne an andere, höhere Instanzen abgeben wollen.

The Fence. Dieses Pathos-getränkte Bombaststück könnte ein Hit für Coldplay sein (die ich nicht ausstehen kann), wenn die Lyrics nicht so komisch wären. Zunächst gibt es eine nihilistische Philosophie über Wahrheit als Ansammlung von Dingen, die in toten Winkeln liegen. Das liefert die Grundlage für ein surrealistisches Bild über Entscheidungen. “To Jump To One Side Of The Fence” bedeutet in etwa: sich für eine Sache entscheiden. Warum Menschen sich oft so schwer tun sich zu entscheiden, könnte daran liegen, dass das vollständige Erkennen der Verhältnisse mit all ihren Wahrheiten unmöglich ist. Im Allgemeinen wird nun aber gesagt, eine beliebige Entscheidung sei in der Regel besser, als gar keine Entscheidung zu fällen. Andererseits finde ich auch etwas an dem Spruch: “When In Doubt, Do Nothing”. Der Song soll diesen Zustand beschreiben: Man hat erkannt, dass die reine Wahrheit unmöglich zu ergründen ist und verharrt somit im Zweifel. Man balanciert auf dem Zaun. Aber wer sind die beiden links und rechts des Zaunes? Sie werfen sich vertrauensvoll über den Zaun hinweg zu, was ihnen das Wichtigste ist (the nest). Was für ein verkopfter Unfug! Wenigstens habe ich kein Buch darüber geschrieben, sondern nur einen Song mit einer eingängigen Hook.

This Man Must Fall. Mein persönliches Death Of A Ladies' Man. Unser verrückter Lieblings-Chilene Jakob Snorewell hat mir einmal Tarot-Karten gelegt, welche ihm seine Großmama überlassen hat. Dabei kam heraus, dass meine Affinität zum Spiel und mein hedonistischer Lebensstil der Niedergang dessen sein werde, was meinen eigentlichen Charakter ausmacht.“Uhh, Boss Bellinger, I didn’t know you were so Rock'n'Roll!”, lachte mir mein Kartenleger entgegen, auf den die Deutung der Symbole wahrscheinlich besser gepasst hätte. Dennoch: Damals befand ich mich in einer Player-Phase und fühlte mich nach langen Jahren zermürbender Beziehungsdramen ziemlich gut damit. 

THERE'S PEOPLE YOU REMEMBER AND OTHERS YOU'RE DREAMING OF. AND INBETWEEN THERE IS ME

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Thus spoke Thurston Moore :::

I found Ege Bamyasi in the 49-cent bin at Woolworth's. I didn’t see anything written about Can, I didn’t know anything about them except this okra can on the cover, which seemed completely bizarre. I finally picked that record up, and I completely wore it out. It was so alluring. Something about it made Can seem to be playing outside of rock 'n' roll. It was unlike anything else I was hearing at the time.

Dienstag, 5. November 2013

VENUS IM PELZ ///


Ludwig II. war ein Schöngeist, Träumer und Masochist. Der Märchen- könig von Bayern fühlte sich leidenschaftlich hingezogen zu Leopold von Sacher-Masoch und erachtete den österreichischen Schriftsteller gar als seelenverwandt, zu dessen Werken namentlich die Novelle »Venus im Pelz« zählt. 1870 erschienen, konzentriert sich die Handlung auf das Liebesverhältnis zwischen Severin von Kusiemski und Wanda von Dunajew. In seiner Abhandlung »Psychopathia sexualis« von 1886 analysiert Psychiater & Gerichtsmediziner Richard Krafft-Ebing diese spezielle Beziehung und begründet in Anlehnung an den Autor, wie auch im Falle des Marquis de Sade, die Begrifflichkeit „Masoch- ismus“, von der sich Sacher-Masoch Zeit seines Lebens distanzierte: Die Auffassung seines Textes als sexuelle Abweichung und darin die Interpretation einer Perversion waren ihm persönlich zuwider. Beabsichtigt hatte der Verfasser die literarische Darstellung wie Verarbeitung einer komplexen und tabuisierten Form der Lust, zu deren Gleichgesinnten beispielsweise König Ludwid II. zählte; öffenlich war dies jedoch nie bekannt.

In ihren Memoiren beschreibt Wanda von Sacher-Masoch, wie ihr Ehe- mann „in den ersten Novembertagen“ den ersten von mehreren leiden- schaftlichen Briefen erhält, allesamt unterzeichnet mit dem Namen Anatol. Es entwickelt sich eine schwärmerische Briefkorrespondenz zwischen den Sacher-Masochs und dem unbekannten Absender, der einem persönlichen Treffen nur auf mehrfaches Drängen des Ehepaars hin zustimmt und ferner die Bedingung stellt, dass Zusammenkünfte nur an geheimen Orten sowie im Dunkel stattfinden dürften: „Es war augenscheinlich, dass der Briefschreiber von einer Indiskretion viel zu fürchten hatte – und sie fürchtete.“ Weiters dürften sich die Eheleute nur voneinander getrennt mit Anatol treffen; nach Leopold schildert Wanda ihre anatol'sche Begegnung folgendermaßen: „Die Person, die an mich herangekommen war und jetzt neben mir saß, war entschieden nicht der Anatol, den Leopold gesprochen hatte; denn dieser hier war klein und, wie ich trotz der Dunkelheit wahrnehmen konnte, verwachsen, auch seine Stimme hatte den fast kindlichen Klang, wie ihn Bucklige haben, nicht tief und voll, wie die, die meinen Mann an Anatol so entzückt hatte. Wer war nun das wieder?“

Der (Brief-)Kontakt währt nicht mehr lange. Einen letzten, an- klagenden Abschiedsbrief von Anatol, worin er ihnen vorwirft, sie hätten nicht verstanden, geistig zu lieben und dadurch den Zauber zerstört, lässt das Ehepaar unbeantwortet; Jahre später entlarvt ein Zufall die Person, die sich hinter Anatol verbirgt. Im Sommer 1881 lernen die Sacher-Masochs in der Nähe von Passau einen gewissen Herrn Dr. Gandauer kennen: „Er war Arzt, praktizierte jedoch nicht mehr und war am Hoftheater in München als Regisseur angestellt. Er war ein großer Kunstkenner und Forscher (…). In einem Gespräch über Kunst erzählte er uns, was davon in den bayrischen Königsschlössern vorhanden ist, kam dabei auf die Kunstrichtung des Königs Ludwig II., von da auf die Seltsamkeiten desselben, die er vom Standpunkt des Arztes beurteile, sprach von dem Verhältnis des Königs zu Richard Wagner, von ihrem seltsamen Briefwechsel, der Scheu des Königs vor dem Verkehr mit Menschen, seiner Abkehr von den Frauen, dem Suchen der Einsamkeit, dem leidenschaftlichen, nie befriedigen- den Sehnen nach einer idealeren Ausgestaltung des Lebens. Wir lauschten gespannt auf alles, was Dr. Gandauer erzählte – es klang uns so bekannt – wir schauten uns an, und ein Name schwebte auf unseren Lippen: Anatol. Als der Doktor eine Pause machte, frug ich auf gut Glück: „Und wer ist der kleine verwachsene Mann, der, wie man erzählt, der Freund des Königs ist?“ „Ach, Sie meinen wohl den Prinzen Alexander von Oranien, den ältesten Sohn des Königs von Holland? Ein armer Schlucker, der.“

(Aus: »Meine Lebensbeichte«, Wanda von Sacher-Masoch)


„Ah, you know, it's some kind of trash novel“, kommentierte der kürzlich verstorbene Velvet Undergroundler Lou Reed einst den Hintergrund zum Lied »Venus in Furs«. 1969, zwei Jahre nach dem Bananenalbum, nahm sich auch der spanische Filmregisseur Jess Franco der Novelle an und verfilmte den Stoff unter dem Titel »Venus in Furs/ Paroxismus«. In den Rollen beispielsweise mit Klaus Kinski und Manfred Mann, der den Soundtrack zum Film schrieb, gilt die Ver- filmung heute als Francos Meisterwerk. In der Literaturadaption recht frei, wirkt das Werk weit über seine Vorlage hinaus: Im Film trägt die Protagonistin den Namen Wanda Reed.

Sonntag, 3. November 2013

Freitag, 1. November 2013

Thus spoke Jandek :::

the cut that probably has the most impact on everything so far, the one that i thought had the best poetry and everything was i knew you would leave. it's just about someone that had left; the inevitable ebb and flow of people into your life. that word, the rocks crumble, is the whole thing: a rock, there was one thing, eventually crumbles, either by disintegration from age or water or a sledgehammer. eventually, it crumbles into sand on a sea, that's what happens to it. what was once a rock then goes kind of into sand and eventually evaporates into the air just like water does. and that is sort of what happens when somebody leaves: there's a presence and then they evaporate and they remain a big presence in your mind like big pieces of rock or something and then that sort of filters down and they're still there. what was once that rock is always going to be part of the universe, what was once that person is always going to be part of the psychic of your mind. you may dream about someone you knew when you were 7 years old, when you were 37 or 27 or 17 or something, and they're always there; or maybe when you're 89 right before you die, you may think of somebody that you knew when you were 10. they crumble and they disintegrate and they go but, they are still part of the universe somehow —— whether it's material or mental.
the rocks crumble
onto dust they die
once hard stuff of mountains
now soft powder among the sand
 JANDEK ON CORWOOD

Montag, 21. Oktober 2013

NO BONUS VI/VI

By JAKOB SNOREWELL

I II III IV V
And then, just from thinking about it, weak me, I couldn't help to pass a giggle, so in fact I didn't say anything, I just giggled, and the door opens and as he walks by me and into a huge room full of half-built sofas Bono touched me with this look that I can only describe as benevolent, as if he actually was forgiving me for being nervous in his presence, as if he was saying, "It's ok my child, it's ok to be nervous, after all, I am The Bono", and he goes out first, followed by the girl, who looks at me with a funny smile while twisting the corners of her mouth downwards and moving her plucked eyebrows up and down like Groucho Marx, and then the fat guy, who blinks at me and presents me an accomplice smirk, like saying, "Yup, all in a New York minute! (now you can go and die!)" and the door closes and opens again one floor up and I'm out into the Colombian upholstery shop and, oh boy, am I excited, and I say, "Hola señoras" (because it's an all-woman shop full of Colombian and Mexican ladies in their mid-fifties) "You wont believe whom I've just met in the elevator!", and they all look very interested, because, who knows, maybe it was Vicente Fernández!, but nope, what I say it's: "Bono!", and they all look really puzzled. "Bono Vox!", I say, and they start looking at each other, twelve or fifteen of them ladies, looking disconcerted, as if my riddle was something they were supposed to know about but just don't (which is Ex-Act-Ly what's happening): "Bono Vox from You-Too!"... "El Bono de Ooo-Dos!!!". Nothing, there's no reaction but some sideways head shaking. They just don't have a single clue about who the Bono is Vox, have never heard of the band, and that's all.
Another time I saw Willem Dafoe buying a pint of celery juice on Houston; another time I saw Iggy Pop paying for a package of noodle and a box of tea at a Chinese super- market on Canal, and pretty much that and an apartment lease with a ten year-old price tag on it is all I've got for spending all these many millennium years of nonsense in that shithole town that never dreams.

Montag, 7. Oktober 2013

NO BONUS V/VI

By JAKOB SNOREWELL

I II III IV
And then it happened, when I suddenly remembered, from all the Bono scheißstock we involuntarily keep in our heads and from the myriad of bad jokes my friends and I had made about it, none but the South Park episode where a perfect rendering of Bono –looking like a carbon copy of how he does at that very moment– temporarily impedes Randy Marsh (another unimportant character, like Bono) to remain holder of the world record for the largest bowel movement (which means, yes, he has dropped the biggest crap-pile in the history of the fever to keep records on world records) and demand the title back to him after interrupting the official awarding ceremony –held by the American govern- ment on the lawns of the white house– and coprophilias/ phobias apart maybe the funniest part comes when Bono's own pirate TV signal appears onto the two huge screens showing the ceremony over the heads of a cheering crowd and he says, "Hello, I'm Bono" and the mere sound of his name seems to be attached, and followed, by a mini video edit –really just a couple of seconds long– of apparently all of those Bono images we've had to see over and over for the burnzillionth time and over, as the fly, the cowboy, the space guy, the upside-down dude, along the Pope, Greenpeace, Gorbachev, Bishop Tutu, Winnie Mandela, Mother Theresa, George Bush, Lula Da Silva, The Queen, Sting –you name it!– and always behind the glasses (for he says "he's allergic to flashes”, he-he, "he's got very sensitive eyes") in pink, yellow, baby-blue et cetera, and, because I remember in the end of the show it turns out Bono had set the record in 1960, his year of birth, and through an outlandish South Parkish twist we learn Bono is actually a turd (I like much better the word kakkewurstli) which has being raised as a boy, being that the ultimate reason why through all his life, in spite of his reach of fame and the performing of all his humanitarian campaigns, he's been able to remain looking "like such a piece of shit" (!) and I thought of telling him –as the elevator started breaking for his exit on the sixth– "You were great in South Park!"

Dienstag, 1. Oktober 2013

Questionnaire mit IHNMAIMS

I HAVE NO MOUTH AND I MUST SCREAM: In der unerhörten Musikhalbwelt Berlins lernten sich Daniel Kexel (dr), Markus Mocydlarz (gt/vox) & Bastian Stein (gt/vox) kennen. Ihre selbstbetitelte Debüt-EP produzier- te, veröffentlichte die Band als Kassette im März 2012 auf eigene Faust. Wie die Musik klingt? „The Cure meets early Joy Division, nur nicht so gut“, sagen No Mouth. Dabei sind sie weit über ihre bescheidene Selbstwahrnehmung hinausgewachsen: Anstatt dieser mittelmäßigen Fusion hat die Band eine eigenständige Nische ge- funden, die trotz weiterer Bands wie My Bloody Valentine & Velvet Underground, von ihren Einflüssen überraschend unberührt erklingt und sich indessen stark einprägt durch besonders liebevoll detaillierte Arrangements. Ihr kreativer Prozess ist dabei gleichermaßen simpel wie komplex: „So lange rumprobieren, bis der Song gut und interessant klingt. Manchmal dauert es Jahre."

BANDNAME: 'I Have No Mouth And I Must Scream' rührt von der gleichnamigen Kurzgeschichte des amerikanischen Science Fiction-Autors Harlan Ellison. Es ist die vielleicht düsterste Zukunfts- vision, die je geschrieben wurde. Ich hatte eine Woche lang Alb- träume, nachdem ich sie zum ersten Mal gelesen hab. Absolute Ausweg- losigkeit. Der Name ist bei mir hängengeblieben. Ich fand, dass er einen ziemlich guten Bandnamen abgäbe, schon lange bevor es die Band überhaupt gab. (Bastian)

INSPIRATION: Die größte Inspiration war für mich immer die Art und Weise, wie Musik hören Selbstbestätigung geben kann, wenn man sie am meisten braucht. Wenn man sich machtlos und alleine fühlt, von Selbstzweifeln zerrüttet ist und an der Stumpfheit um einen herum zu Grunde zu gehen droht. In solchen Situationen ist es ungeheuer aufbauend, Songs zu hören, in denen MusikerInnen ähnliche Gefühle und Erfahrungen thematisieren. Für mich war das vor allem in der Jugend in der miesen, kleinen Ruhrpott-Heimatstadt der Fall. Abgründe. (Bastian)

ARTWORK: Das Cover der EP hat ein Freund von uns gemacht, Tobias von der Band Velochrome aus Köln. Uns gefiel der Entwurf unter anderem, weil er abstrakt ist. Die abgebildete Person ist nicht eindeutig einzuordnen. Auch das Geschlecht ist uneindeutig. Das gefiel uns, weil wir generell Geschlechterrollen und gesellschaftlich konstru- ierte Identitäten hinterfragen möchten. (Bastian)

ZUKUNFTSPLAN: Wir arbeiten an einem Follow-Up zu unserer letztes Jahr erschienenen EP. Wahrscheinlich wird es ein Album werden. Wir werden die Aufnahmen dafür erneut selbst produzieren. (Bastian)

STUDIO VS. SELBSTPRODUKTION: In einem gemieteten Studio unter Zeit- druck Musik zu machen funktioniert für uns einfach nicht. Wir lassen uns lieber Zeit. Da könnten wir es uns gar nicht leisten, entsprechend viel Studio-Zeit zu buchen. Wir werfen auch öfters mal eine eigentlich fertige Aufnahme weg und fangen nochmal bei Null an, wenn wir noch eine neue Idee für den Song haben, die das erfordert. Das ginge natürlich nicht einfach so, wenn wir zu dem Zeitpunkt schon Hunderte von Euro für die Aufnahme ausgegeben hätten. (Bastian) Wir behalten die Kontrolle über den kreativen und technischen Prozess lieber vollständig bei uns. Außerdem investieren wir lieber in unser eigenes Equipment, welches wir langfristig nutzen können, anstatt das Geld für Studiozeit auszugeben. (Markus)

EQUIPMENT: Ach, das ist doch absolut zweitrangig. Man kann gute, interessante Musik mit einer Billig-Gitarre vom Flohmarkt machen, genauso wie man extrem miese Musik mit teuren Markeninstrumenten machen kann. Siehe ein erheblicher Teil der Musik im Radio. Und Hersteller-Namedropping mache ich prinzipiell nur gegen Ca$h. (Bastian)

FEEDBACK: Das beste Feedback ist wohl, wenn wir nach einem Konzert von Leuten angesprochen werden, denen es gefallen hat. Das schlimmste Feedback? Vielleicht Gleichgültigkeit. Oder wenn man ein leises Konzert spielt und Leute im Publikum währenddessen laut und störend reden. Zum Glück spielen wir keine leisen Konzerte. (Bastian) Das schlimmste Feedback ist, wenn betrunkene Männer ihre Macho-Tänze anfangen. Zum Glück passiert das bei uns nicht oft. Das beste Feedback ist, wenn die Leute leidenschaftlich tanzen. (Markus)

LOKALE MUSIKTIPPS: Zu unseren LieblingskünstlerInnen in Berlin zählen auf jeden Fall Hans Unstern und die Jolly Goods, mit denen wir uns auch den Proberaum teilen. (Bastian) Ja, und außerdem noch The History of Colour TV und Skiing. (Markus) 

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Montag, 16. September 2013

NO BONUS IV/VI

By JAKOB SNOREWELL

I II III
So I'm in the elevator with this short guy who, as expected, is wearing oversized transparent pink shades, a long trench coat, just long enough to let visible some hideous suede color combination rockabilly creepers, and who now suddenly happens to be just a human, while fifteen years of derision of his persona parade through my head and with a shake the elevator starts going up and I know I only have a very limited time to say something to him, something unforgettable (like the fire), something that will show my deep contempt for anything/everything-U2 while keeping him politely unaware (after all it's new-yoke, and probably there is a way to had me sued if emotional damage onto The Bono gets proven) and I'm thinking, yet not fast enough, as their talking distracts me from my task, and Bono says, "How late am I?"... "Don’t worry, you're perfect, you're fine", says the blond woman... "But how late am I?", asks Bono again... "They were expecting you to come in at 2, so don't worry", says the fat guy... "Yeah, ok, but really, how late am I? Two hours?", demands a rapidly-cum-bossy Bono, and then the fat guy gets all serious and says "It's noon now, and your appointment was for 11, so you're one hour late, but it's totally ok"... "Oh so it's not so bad! I thought I was...", says Bono, while the other two melt into a simultaneous rapid-fire sea of "Oh no/yes/don't worry/ fine/all good/no problem/he-he/ the only important thing is that you're already here, now", and my time is running out as we pass through the fourth floor... fifth floor... and they have pressed the 6th floor button, I saw that

Mittwoch, 11. September 2013

The United State of Artistry


In "Touching from a Distance", der Biographie von Deborah Curtis, rekonstruiert die Witwe des Joy Division-Frontmanns folgendermaßen jene Selbstmordnacht zum 18. Mai 1980: Ian Curtis erhängt sich zur A-Seite von "Idiot" (Iggy Pop), zuvor noch führt er sich den Werner Herzog Film "Stroszek" aus dem Jahre 1977 zu Gemüte; David Lynch, der sich zwecks Dreharbeiten zu "The Elephant Man" zeitgleich in England aufhält, sieht die Übertragung im Fernsehen ebenfalls: "I had missed the beginning of it so I thought it was some real documentary. I was just captivated in the first two seconds, I had never seen anything like it."

Im Zentrum des Filmes steht Straßenmusiker und Multiinstrumentalist Bruno Stroszek, welcher nach zweieinhalb frisch hinter schwedischen Gardinen abgesessenen Jahren beschließt, nach seiner Entlassung ein neues Leben zu beginnen. Es schließt sich ihm die Prostituierte Eva an, gemeinsam wollen sie der Halbwelt Berlins entfliehen und wagen den Schritt in Richtung unbekannter Zukunft. In Amerika versuchen die beiden Fuß zu fassen, doch augenscheinliches Glück währt nicht lange und die idyllische Fassade beginnt bald zu bröckeln: Ihre Vergangenheit ist als blinde Passagierin mitgereist, die Annäherung zwischen Stroszek und Eva schlägt in Entfremdung um, die Freiheit entpuppt sich als ein Gefängnis, dessen sich Eva befreit, indem sie durchbrennt. Stroszek erscheint nur noch der Freitod als Ausweg: Durch die Schrotflinte küsst ihn die Ewigkeit.

Als unehelicher Sohn einer Prostituierten 1932 in Berlin geboren, verbringt Bruno Schleinstein seine Kindheit und Jugend in der Obhut von Heimen, Besserungsanstalten und Heilstätten, wo an vermeintlich geistesschwachen Kindern Experimente mit Impfstoffen durchgeführt werden. Im Alter von 23 wird er als erfolgreich geheilt entlassen, zeitlebens als geistig Zurückgebliebener von der Gesellschaft verstoßen. 1970 portraitiert ihn „Bruno, der Schwarze – Es blies ein Jäger wohl in sein Horn“, eine Dokumentation über Berliner Außenseiter. Durch Zufall sieht Werner Herzog das Format und findet in Bruno S. den Hauptdarsteller, den er für sein nächstes Projekt sucht: „Jeder für sich und Gott gegen alle“, ein Historien- film um den „rätselhaften Findling“ Kaspar Hauser. Herzog engagiert Bruno S. trotz gänzlich fehlender Schauspielausbildung, worin wiederum seine Stärke liegt: Schleinstein besticht durch jene Erfahrung, welche durch das auferlegte Studium des Lebens vermittelt wird und immerzu präsent ist in Blick, Bewegung, Aussprache, Aussage; im Ausdruck gleichermaßen fern wie nah.

Herzog verpflichtet Bruno S. daraufhin auch für seinen nächsten Film, die Literaturverfilmung von Georg Büchners "Woyzeck", einem Meisterwerk der deutschen Literatur. Im letzten Moment jedoch entscheidet sich Herzog für eine Umbesetzung der Hauptrolle: Klaus Kinski erscheint ihm in der Rolle des Protagonisten geeigneter als Schleinstein, sodass er die "Woyzeck"–Verfilmung direkt an die Dreharbeiten zu "Nosferatu" anschließt. Stattdessen bietet Herzog Bruno S. die Hauptrolle in "Stroszek Eine Ballade" an, dessen Drehbuch er ihm auf den Leib maßschneidert: Diverse Episoden wie Drehorte besitzen biographischen Hintergrund ("In den Heimen fing es an, in den Gefängnissen hört es auf!"); der Name "Stroszek" selbst stellt eine Reminiszenz an Herzogs "Lebenszeichen" von 1967 dar. Zum damaligen Zeitpunkt vielmehr aus Projektnot entstanden, gilt der Film heute als ein Klassiker und Bruno Schleinstein, „der unbekannte Soldat des deutschen Films“ (Herzog), als Kultfigur.

Bruno S. is a man to me
You're just some dude with a stilted attitude
That you learned from TV
Elliott Smith, 'Color Bars'

VENUS IM PELZ /// 
I Know Where Effi Briest Lives 

Mittwoch, 4. September 2013

NO BONUS III/VI

By JAKOB SNOREWELL

I II
I couldn't really say why (still I really couldn't give a monkey's crap about finding an explanation for my U2 allergy) and ever since that first introduction to pop music I've searched and tried many sounds and acquired a penchant for many different –often rather difficult– musical styles, and still, I've never felt the need to review my contempt for U2, and further on, this big parenthesis must extend to the fact that during the early nineties, while running the god-blessed hallways of some art school, I met a Swedish guy who then became a close friend and who genuinely thought U2 was the greatest band on earth –and he was using this ridiculously exaggerated moniker way before the actual band started using it as their slogan, wherever they may have got it from, those douchies– and in the end it wasn't because they were anything else than, in the words of that loyal Swedish fan, "Very simple", as he considered the fact that their music was "So sincerely boring and simple that anyone can play it", some sort of... how to say it? –is it valid?– democratic approach?... and that was what made their music "So honest" and finally "So likeable", and anyway, although I may now understand his point (quite incontestable after all: U2 is a rather simple musical outfit –although not free of ostentation) then we had The Edge in his woolen hat, oh boy, "One of the greatest guitarist of all times", whatever that means, and maybe he has a loose wrist, if that is a plus, and I just don't know what the point is at all, and then they made "Numb" and, that was it, it became plain laughable, we sang that song with a hundred different lyrics, and maybe it was catchy, but we thought it was just silly, and meanwhile the whole world of the living surrendered to U2, and us, my weirdo music fiends and a humble servant started using U2, particularly the always annoying presence of Mr. Bono, why not, as kind of an insult: "Wash your face and go listen to some U2"... "Don't be such a Zooropa"... "Even better than the real thing"..., and now I started making it up, because it happened twenty years ago, but really, there was a time in my life when "Bono" meant nothing else than mockery towards the mainstream as a whole, and, let us face it, there was plenty of material available, and we've been bombarded with it for too many years, with "Lemon", "The Fly", "Rattle & Hum", "Achtung Baby!"... (oh and please don't forget to mention the 2000 live-from-Mexico album: "Hasta La Vista Baby") and it's all so very amusing, not.

Sonntag, 1. September 2013

lied zum sonntag: süper reverb

Freitag, 30. August 2013

NO BONUS II/VI

By JAKOB SNOREWELL

I
Here I gotta make a parenthesis in this story to state I was born in the early seventies, and by 1986, aside of classical composers (what my mom had brought to my plate, quite systematically since I was a toddler) and The Beatles (which was what my younger aunties had in store for me, all the original vinyl’s –including the forbidden meat-and-doll-parts cover of a rarities collection named "Yesterday And Today", which, when e-bay got invented I saw priced in many many many moneys but by then may the devil know where my evil aunties or the record were– and which my dad had the patience to record on tape for me), and as actually most all the eighties pop-music from the radio ran like water off a duck's back from my brain because I was, back then, seemingly immune to the embrace of muzak, I had listen to no pop until an Argentinean guy in who's restaurant I ended up working (I was 14, the restaurant opened in the corner of my house, and I was a nosey teenager, specially around an Argentinean parrillada, so I ended up being some sort of joke-spewing mascot and catching pieces of beef as reward) had been introduced to British pop music by a friend he had made, of all places, fighting the Falklands War against England in the Patagonia, took me to his home and showed me The Cure's Pornography, The Smiths first album, Depeche Mode's Speak & Spell and U2's The Unforgettable Fire (then he also taped them for me, although not as professionally as my dad had taped The Beatles) and from that first batch of pop music I ever heard, the only item I didn't immediately engage with –not at all– was U2.

Dienstag, 13. August 2013

NO BONUS I/VI

By JAKOB SNOREWELL

I was in New York and had to make a delivery of a roll of fabric into a Chelsea building where there is a few floors of upholstery businesses –you know, the kind of shop where they use fabric to wrap furniture in it, that's called upholstery. It was late autumn of 2010 –and at this point in the story you must be told I've got a thermostat problem with my body and so have been known for my saying, albeit not-so-true: "Will wear a jacket when it snows"– so I'm walking around mid-November in windy-town-Chelsea with a 60 yard roll of fabric on my shoulder and wearing no more than a t-shirt and jeans, about to get into the building when I see this cute blonde and a fat man smoking a cigarette outside the main entrance, and the fat guy's wearing nothing but a short-sleeve Hawaiian shirt and the girl, also, is looking a bit underdressed for the weather, but neither one seems cold, and instead they seem excited, smoking, trying to be cool, looking summery, and anyway, what they were wearing is not important except for the fact that it made me notice them before entering the building, the cute blondy and the big fat guy. Then I go in, say hello to the doorman –a Caribbean guy with awful machete scars all over his head and part of his face whom, later I got to know this, also writes love poems to the good-looking Colombian woman who runs the upholstery shop I was delivering to, on the seventh floor– and head for the elevator, door opens, I walk in, push seven and, as the door closes, retreat into the far corner, but then the door does not close: two hands in a weird reverse-clap position enter the gap between the metallic doors just before the two sides meet, it's the hands of the fat guy in the Hawaiian shirt, who then proceeds to push the doors back into the open position, enters the blond, Bono from U2, the fat guy and the door closes.

Montag, 29. Juli 2013

SOUNDRIVE FESTIVAL '13

I l s e b i l l   s a l z t e   n a c h. 

Drei Worte, die 2007 zum schönsten Romanbeginn der deutschsprachigen Literatur erkoren wurden. Wie jener erste Satz aus Günter Grass 'Der Butt' beim Aussprechen auf der Zungenspitze buchstäblich lieb- tänzelt, ehe er zergeht, lesen sich auch die Zeilen des diesjährigen SOUNDRIVE FESTS von 16.-18. August an der polnischen Ostseeküste: Mit einer erlesenen Auswahl an heimischen wie internationalen Künstlern aufwartend und darin Nischengeschmack beweisend, treibt das Line-Up einem jeden musikalischen Feingeist Pipi in die Augen und, was gesagt werden muss, der gerade einmal in seiner zweiten Edition befindliche Jungspund lässt dabei so manchen Festival- kollegen alt aussehen!
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"Ethnotronica" nennt sich ihr Genre. Allein bringt es die Band RAINBOW ARABIA aus Kalifornien zustande, live weitaus mehr zu überzeugen als auf Platte, denn was an so mancher Stelle wie Gummibärchensound in den Ohren klebt, klingt und wirkt auf der Bühne umso authentischer: Vom treibenden Schlagzeugspiel emporgetragen und mit hauchdünnem Synthie-Sound überzogen, mäandrieren kristallklare Gitarrenklänge durch das bunte Treiben auf der Bühne; Während sich Sängerin & Gitarristin Tiffany Preston Kapriolen schlagend im Takt zur eigenen Musik windet, gleichsam einem Metronom, lässt sich ihr Gesang ob seines hellen Timbres wie Zuckerguss nieder auf das Klangbild, dessen Kolorit sich aller Farben des Regenbogens bedient.

Der verheißungsvolle Moment, als Luis Vasquez eine bereits längst verstaubt-vergessene Aufnahme von „When It's Over“ in die Hände fällt, markiert die Wiederauferstehung von THE SOFT MOON: Durch das Demo an seine eigentliche Leidenschaft rückbesinnt, verwirft Vasquez seine jahrelange Tätigkeit als Grafik-Designer und konzentriert sich stattdessen auf Ausarbeitung und Formvollendung des musikalischen Projektes. Entsprechend dem Schaffens-Credo „Turn yourself inside out“, welches ursprünglich als Debüt-Albumtitel gedacht war, vertont Vasquez den introspektiven Blick in schwindelerregende Tiefen, wobei der von Schatten umwölkte Abgrund ins rechte musikalische Licht gerückt wird, darüber sich verweht Worte entladen.

Berlin, Mitte. An einem Samstag im Dezember. Mirko alias John Boy Adonis, Schlagzeuger bei King Khan & The Shrines, legt auf in der Kim Bar am Rosenthaler Platz, wo sich die Klinke in die Hand gibt, wer nichts auf sich hält. Mit dabei im musikalischen Repertoire: 'Forever Dolphin Love'. Als der Track des gleichnamigen Albums er- klingt, um sodann in Etappen die Sinne zu betören, ist nichts mehr wie zuvor: Einem Lauffeuer gleich verbreitet sich der Name des Künstlers CONNAN MOCKASIN über den Plattenteller des Kim hinaus und katapultiert den „neuseeländischen Jimi Hendrix“ in das Musik- bewusstsein der Gegenwart. „Der letzte Schrei!“ (Edvard Munch)

Die Musiker der englischen Band EGYPTIAN HIP HOP, deren 'John Baker' an die ätherische Qualität von Mockasins 'It's Choade My Dear' zu erinnern vermag, sind ebenso bekennende dolphin lovers wie ihre (Lands-)Kollegen TOY. Frontmann Tom Dougall beschreibt, die Musik klinge, als befände man sich Unterwasser. Dem Quintett aus Brighton wurden erst kürzlich Vergnügen & Ehre zuteil, in London als Sound Carriers an der Seite von Damo Suzuki zu spielen, zusammen mit Listing Ships. Die Anfrage von Bobby Gillespie, dieses Musik- kollektiv um ein weiteres, namentlich sein Bewusstsein zu erweitern, wurde zwar bestätigt, scheiterte letztendlich jedoch an Gillespies Abwesenheit. Oh, Bobby G, where have you been?

In Zeiten, in denen Krautrock zum guten Ton gehört, ist es äußerst erfrischend, mal wieder New Weird America-esque berührt und verzaubert zu werden: Das Trio ENCHANTED HUNTERS aus Danzig, der Günter Grass'schen Geburtsstadt und gleichzeitig Standort des Festivals, macht zur Abwechslung Folk salonfähig und ruft unweigerlich ins Gehör, dass die beständige Hommage an Klaus Dinger, die sich zu wiederholen beginnt wie der Motorik- bzw. Apache-Beat selbst, Gefahr läuft, aus den Ohren rauszuhängen.

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Sonntag, 21. Juli 2013

lied zum sonntag: run run

Irina and I made up Run Run at the very end of 2009. It was one of the first songs we made up completely together, and I'm not sure if we had started a band at that point. She had just moved from Ohio to England, Christmas was coming up and there was still a lot of happy confusion to get our heads around. We were at my family's house near Brighton for a couple of weeks, and spent a lot of time walking in the snow at night, after being lazy all day. Just outside the town, we found a spot where the snow and the cloudy night sky and the reflections over the sea were identically blank, and ran. My sister Rhiannon was there, and MoreEats even visited as well. We all sung together, and invited distant friends to do the same, even if they didn't know what they were singing along to. We took a tape deck to the beach on new years eve, and finally took turns pretending to be Maureen Tucker.—— Nicol Parkinson

Mittwoch, 3. Juli 2013

Also sprach Holger Czukay :::

kraftwerk waren zwar auch eine band, aber letzten endes haben sie das band-prinzip zugunsten eines klang-designs aufgegeben;
 

Sonntag, 16. Juni 2013

lied zum sonntag: i am damo suzuki


Generous, valeric, Jehovah's Witness
Stands in Cologne Marktplatz
Drums come in
When the drums come in fast
Drums to shock, into brass evil

What have you got in that paper bag?
Is it a dose of Vitamin C?
Ain't got no time for Western medicine
I am Damo Suzuki

The fuck-up like red acid rain
Give it to me Daki every day
Who is Mr. Karlheinz Stockhausen?
Introduce me
I'm Damo Suzuki

Soundtracks, Soundtracks
Melched together, the lights
The lights above you

Listener was in cahoots with Fritz Lieber
And read him every day
Recipe for fear gas, amount of salt ash
I put by cup of meine freiheit, okay
I have no time for Western medicine
I am Damo Suzuki

May we go back to days pre-Virgin
Cannot get on clear vinyl
The handle that was brass, is now brass evil
The rock that was an egg, is in wrong cradle
The hand that cradles the rock, makes egg gooey
I am Damo Suzuki

Is this west latent pattern?
Run it, says Damo's spirit
Is this lesser European?
Speak it, says Damo's spirit

Mittwoch, 12. Juni 2013

My First Time with Jay Reatard...... V/V

By King Khan

I II III IV
When we arrived at the airport he bought me some water and a beer. We went to the bathroom where he threw up standing with the door of the toilet stall wide open, i was blowing my nose so hard it sounded like a trumpet and looked like an abortion had come out of my nostril. We were the only two guys in the bathroom and then in walks this old Brazilian man who must have been like 70 years old. He was in slow motion. When he opened the door he took one look at us, me with bloody slimeball in hand, and jay vomitting. He just turned around and left. We erupted into very loud maniacal laughter. We flew into Buenos Aires, checked into a luxurious hotel, and went swimming. We sat by the pool and talked about how great things had turned out for us. We went for a bite to eat and walked around the city for a few hours, he spoke of how he had made peace with his dad and was really stoked about that. We sat down and ate a nice meal and he got the check.

Later that night we played in a soccer club house for a strange party of people who may or may not have really got what we were doing, but whatever we had a shit load of fun. I saw him piss in some soccer trophy backstage, it was a real hoot.

I miss him everyday and I know that wherever he may be right now he is surrounded by all the legends that made us who we are. Jay Reatard was a real rock n roller, a true death cult champion and the first and only male lips that have ever touched my penis. There I said it.

Sonntag, 2. Juni 2013

lied zum sonntag: walls

"I wrote Walls a long time ago, when we were first starting out. I suppose it's about the mentality our generation gets caught up in. A generation that is clever, creative and able but often unmotivated to take the first step. If we can get passed that, if we can break past those walls, the possibilities are endless. On an individual level its about having someone, a partner or maybe even just a friend,that helps us with this." Nils O.

Donnerstag, 30. Mai 2013

dilworthy: I am a tombstone,

While you live, Shine
Don't suffer anything at all;
Life exists only a short while
And time demands its toll

père lachaise 10/10

Montag, 20. Mai 2013

Dienstag, 14. Mai 2013

My First Time with Jay Reatard...... IV/V

By King Khan
I II III
We watched a porn movie that was filmed entirely in heat sensitive UV. It was incredible. You could see how the blood rushed into body parts as they got hotter and the cum shot looked like an erupting volcano. I mesmerized Lemmy in a studio in Frankfurt ten years later describing this exact porn film, I still don’t know what it was called.

Despite his hatred for everything in Memphis, Jay loved it and was proud of all the scum.

And that was the beginning of what became a great brotherhood for life. 

Jay loved showing class and painted his face with pride when the Death Cult first rolled into Memphis, and he was by far the wildest of the bunch. All the times we shared after this were as insane as you probably have heard, lots of nudity, burning money, drugs and pure mayhem, but there is no need for me to get into all that cuz when i think of the Jay who lives permanently in my heart I see a big hearted lion who just loved to entertain us, sometimes shit got real out of hand but it was all a part of the fun.

The last day i spent with Jay was very different from the first time we met. We were playing a show together in Buenos Aires and had spent the night before in Sao Paolo getting utterly obliterated. We shared a cab to the Sao Paolo airport, we both hadnt slept the whole night. He was telling me about this Geto Boys song that he loved so much about a guy who kills his girlfriend, it was really scaring me how much he loved this song.

Montag, 6. Mai 2013

Thus spoke Oscar Wilde :::

life has been your art
you have set yourself to music
your days are your sonnets—

berlin wall. photo courtesy of mollet // loveandanalog

Mittwoch, 1. Mai 2013

Questionnaire with Ocelote Rojo

what is your motivation for making music?
I'm pretty curious on how people interpret the songs. I think my main motivation is driven by that curiosity. Are people listening music just because they want, or they do that because they want to evade the reality we live? In some kind of way, I like making music that lets you disconnect from the world and makes you breathe a little cleaner air. That's a reason why I like traditional worl-music. I'm into a lot of music genres and always try to listen everything I can, but if I have to choose a specific kind of sound, I would choose world-music, why? Because it varies in every corner of the world; you will always find different rhythms, melodies, instruments and content in general. Listening traditional music helps you to learn about their history... it's not all about music, it's about cultures. Indirectly, that is one reason why I love hitchhiking and traveling to different places, doing that you can know the people and their histories, their traditions, which helps you to be a little bit more conscious of the world you are living in.

what drives you in / off music?
I love folk music, the "la nueva canción latinoamericana", trova, flamenco; also, classical music, tango, rumba, african music, jazz, among others. In general, my main inspiration is the nature, I always try to escape from this city and go to nice natural places. Here in Chile we have beautiful landscapes: a large and arid desert, big mountains, a long coastline, huge forests, volcanoes, glaciers, etc... I think that's the main inspiration for human beings! We all have to watch our main source of inspiration!  

please introduce your baby ocelote rojo!
My name is Francisco Javier Aravena Riveros and I'm a 26 year old law school graduate from Santiago, Chile. The little red ocelot was born in January 2010 when I was playing guitar in my room... It was a painless birth. The ocelot is a small and mysterious animal whose habitat is in America. In pre-hispanic cultures, It was associated with warriors, It was a symbol of courage. I associate it with my music project because I want my music to express a subconscious desire of fight against those who do not respect the pristine roots of their culture, against those who deny their inception and against those who do not respect the traditions and rights of native communities. Also, the ocelot is a symbol of unity, since, as an native animal, it is a common denominator in many latin american cultures.

would you care to explain the concept of pacarina?
I have a great respect and interest in native cultures. About the EP, you can find some of that interest in some songs, for example, “Kaykay Filu” refers to a mapuche myth explaining the origin of this community; it is a snake fight between good and evil. “H'ain”, was an ancient rite of male initiation of the peoples of Tierra del Fuego (Selk'nam or Onas). The name of the EP, “Pacarina”, comes from an ancient belief of peruvian pre-columbian people; pacarinas were caves and underground springs regarded as inception of this civilization.  

is this a bukowski reading you're using in tenochtitlan sunbeam gun?
Yeah! It's a Bukowski poem called “Dinosauria, We”. I used that poem because I love how he expressed his dissatisfaction with modern society and human attitude and because I wanted to spread that idea of unconformity. I really like reading, all kinds of literature, but my favorites are novels. Maybe my favorite writer is Dostoyevsky... I love the way he works the psychology of his characters.

any chilean love you would like to spread?
Music: Los Jaivas, Violeta Parra, Inti Illimani, Roberto Bravo, Claudio Arrau, Manuel García, Los Tres.
Literature: Pablo Neruda, Gabriela Mistral, Nicanor Parra, Gonzalo Rojas, Pablo de Rokha, María Luisa Bombal.
Movies: Machuca (Andrés Wood), El Chacal de Nahueltoro (Miguel Littín), La Batalla de Chile (Patricio Guzmán), Coronación (Silvio Caiozzi), La ciudad de los fotógrafos (Sebastián Moreno).
Art: Roberto Matta, Claudio Bravo. 
what do you associate with;
innocence? Childhood. As we grow, we lose it... it's sad, you know, we should keep at least some of it. We live in a world where everyone is thinking that the other has bad intentions... that's not possible!
spirit? What gives us individuality. Sometimes our brain makes us aware of that individuality.
sacrifice? The correlative of success.
the written word? Analysis, interpretation, synthesis
thunder? A natural music instrument. I love noises; noises and silence! Both are good for making music.