Freitag, 28. September 2012

philosophisticated: friedrich nietzsche

Gott hat uns die Musik gegeben, damit wir erstens durch sie nach oben geleitet werden. Die Musik vereint alle Eigenschaften in sich, sie kann erheben, sie kann tändeln, sie kann uns aufheitern, ja sie vermag mit ihren sanften, wehmütigen Tönen das rohesten Gemüt zu brechen. Aber ihre Hauptbestimmung ist, dass sie unsre Gedanken auf Höheres leitet, dass sie uns erhebt, sogar erschüttert. Auch gewährt die Musik eine angenehme Unterhaltung und bewahrt jeden, der sich dafür interessiert, vor Langeweile. Man muss alle Menschen, die sie verachten, als geistlose, den Tieren ähnliche Geschöpfe betrachten. Immer sei diese herrlichste Gabe Gottes meine Begleiterin auf meinem Lebenswege und ich kann mich glücklich preisen, sie liebgewonnen zu haben. Ewig Dank sei Gott von uns gesungen, der diesen schönen Genuss uns darbietet!

Dienstag, 25. September 2012

DIIV im Gespräch

by Danny Krug

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Auf Frauentoiletten muss man warten. Immer. Während ich so anstehe, komme ich ins Gespräch mit einem Mädchen, das nach mir ein Interview mit DIIV geführt hat. Im Gegenzug steht sie jetzt in der Pinkelhierarchie ganz vorne; Das Universum sorgt für Gerechtigkeit.

Als enttäuschter Fan berichtet sie mir von ihrer desillusionierenden Begegnung mit den Jungs und bezeichnet diese als "Kackbratzen". Dass sich die Band nach meinem Interview verabschiedet hat mit den Worten: "Schade, dass wir nicht mehr Zeit haben, das hat Spaß gemacht!", behalte ich in dem Fall lieber für mich.

In der Tat lassen die Herrschaften merklich Slacker raushängen, jegliches Geschehen abseits der Bühne könnte ihnen kaum weniger am Arsch vorbeigehen. Welche Attitüde ist zu erwarten von vier postpubertären New Yorkern in Band-Shirts, die sich nach einem Nirvana-Song benennen, auf ihrer Erfolgswelle Wodka-Mate trinkend im Görlitzer Park stranden und außer Musik Pu$$y & Weed im Sinn haben?

Frontmann Zachary Cole Smith fällt etwas aus der Rolle. Der Kopf von DIIV verweilt in Gedanken die meiste Zeit anderswo und scheint beinahe in seinem überdimensional großen, roten Mickey Mouse Pullover verschwinden zu wollen.

Ich begrüße ihn per Handschlag und stelle mich vor als Minnie Mouse. Dass er nach einem kurzen Moment der Irritiertheit über diesen schlechten Witz lachen kann, zeigt mir: Die Kackbratzen und ich, wir liegen auf einer Wellenlänge.

⚡ ⚡ ⚡

Der Legende nach hast du dich letzten Sommer in einem Brooklyner Maleratelier verschanzt. Statt fließend Wasser und Klimaanlage gab es dort Platten und Bücher. Welches Werk resultierte in welchem Lied?

Cole (Gítarre/Gesang): Beispielsweise 'Doused' handelt von der Platte meines Vaters, der in den 80ern in einer Band gespielt hat. Ich habe das Album in meiner Plattensammlung gefunden und bin auf ein Lied gestoßen, das von meiner älteren Schwester handelt, die nicht mehr lebt. Er hat ein Lied über ihren Verlust geschrieben, was ich ziemlich beschissen finde, denn er hat meine Familie verlassen. Wenn er sich so sehr um sein Kind sorgt, warum verlässt er es dann? In dem Lied nehme ich seine eigenen Wörter und Phrasen und verwende sie gegen ihn. Ich drehe den Spieß quasi um.

"Die außergewöhnliche Qualität der Texte gekoppelt mit der musikalischen Undurchschaubarkeit wirft die Frage auf, ob DIIV nicht noch stärker wären mit einem mehr auf den Gesang fixierten Mix." (Auszug aus einem Album-Review zu 'Oshin' von Spectrum Culture.) Fasst ihr die Meinung eines Musikjournalisten bzw. -kritikers als konstruktive Kritik auf oder scheißt ihr drauf?

Cole: Bestimmt könnten wir von einem mehr auf den Gesang fixierten Mix profitieren, aber das entspricht nicht meiner Vorstellung von diesem Album. Die Platte sollte demokratisch sein und nicht auf Gesang basieren.
Devin Ruben Perez (Bass): Der Gesang ist ein Teil des Gesamten und soll mit dem Rest zu einem einzigen Klangozean verschwimmen.
Cole: Henry Miller sagte mal, der schlechteste Musiker sei immernoch besser als jeder Musikkritiker oder so ähnlich. Aus irgendeinem Grund müssen Musikjournalisten ihre Meinung immer begründen. Sie können nicht einfach sagen, ob ihnen etwas gefällt oder nicht. Immerzu müssen sie Referenzen ziehen, wonach es für sie klingt oder woran es sie erinnert. Ich finde es bescheuert, wie Musikjournalisten den Leuten darin behilflich sein sollen, Musik geistig zu erfassen. Wer sich auf Musikjournalisten verlässt, versucht lediglich für sich die Gründe herauszufinden, warum man etwas mag.

Wie wird der Albumtitel korrekt ausgesprochen? Ich bin phonetisch leider ein ziemlicher Idiot.
Andrew Bailey (Gitarre): Das Wort 'Oshin' stammt aus einem Gedicht. Es handelt vom Ozean und wurde geschrieben von einem kleinen Mädchen namens Amanda oder Samantha? Sie wusste noch nicht, wie man 'Ocean' richtig buchstabiert und hat einfach 'Oshin' geschrieben. Das Gedicht befindet sich auf der Innenseite der Platte.

‘Oshin gose crash on my feet / Like a warm per of warm slipers 
The sand flis behind me / With my secrit inside’

Mein Liebling vom Album ist 'Air Conditioning'. Wovon handelt das Lied?

Cole: Letzten Sommer, ich lebte alleine in diesem beschissenen, stickigen Atelier, besuchte ich meine Großeltern im Altersheim. Das Haus war voll mit tristen Gestalten und die Klimaanlage dort dröhnte rund um die Uhr. Es fühlte sich an, als wäre der ganze Komplex eine riesengroße Klimaanlage..

Welches sind eure persönlichen Lieblingslieder?

Andrew: Mein Favorit ist das letzte Stück auf dem Album. Als Cole mir die Lieder schickte, um die Gitarrenparts zu lernen, war ich hauptberuflicher Gassigeher in New York. Ich hörte mir das Zeug an, während ich mit den Hunden durch Manhattan spazierte und Leute beobachtete; 'Home' war der passende Soundtrack dazu.
Colby Hewitt (ehemaliger Smith Westerns-Schlagzeuger): Mir gefallen die beiden 'Druuns' am besten. Sie klingen anders als die restlichen Songs, sind schneller, besitzen mehr Steigerung. Die Gitarren schrammeln vor sich dahin, während der Bass die eigentliche Melodie trägt und führt.
Devin: Für mich ist 'Oshin' das beste und auch tiefgründigste Lied. Es erklingt zum Ende hin, wenn es am meisten drunter und drüber geht; So, wie es sein sollte. Das Lied repräsentiert durch seine Gleichnamigkeit mit dem Album nicht dessen Gesamtheit, sondern ist vielmehr ein weiterer Ozean im Ozean.

Welche Lieder bevorzugt ihr live? 

Andrew: Ich spiele am liebsten 'Doused', dabei können wir so richtig die Sau rauslassen. Unsere Lieblingsbeschäftigung.
Devin: Stimmt, für die Bühne ist 'Doused' wahrscheinlicham am besten geeignet, obwohl ich das Lied lieber mochte, als es noch keiner kannte. Damals hatte der Song immer einen gewissen Überraschungseffekt, aber jetzt warten die Leute richtig darauf.
Cole: Ja, ich hasse das!

Verhält sich das europäische Publikum anders im Vergleich zum Amerikanischen?

Colby: In den Staaten gibt es immer einen Moshpit auf unseren Konzerten. Bis auf Brüssel war das hier bisher eher die Ausnahme, aber dort sind die Leute komplett durchgedreht!

Spielt ihr Zugaben?

Cole: Wir beenden unser Set immer mit einem Cover, aber eigentlich haben wir darauf nicht wirklich Bock. Ich finde Zugaben ziemlich bescheuert.

Sind sie auch! Und dennoch spielen Bands immer wieder das gleiche bescheuerte Zugabe-Spiel. Warum wohl?

Colby: Ganz einfach: Das Publikum erwartet eine Zugabe von dir. Und wenn du sie nicht spielst, heißt es: "Die Band mag ihre Fans nicht."

Zu guter Letzt ein Zitat von Platon: "Musik ist ein moralisches Gesetz. Sie beseelt das Universum, beflügelt den Geist, lässt die Phantasie erblühen und verleiht allen Dingen Freude und Leben."

Andrew: Müsste nach Platons Höhlengleichnis Musik nicht eigentlich einer der Schatten sein, die von der Wahrheit ablenken?

Guter Einwand! Im Zusammenhang mit universeller Harmonie wird Musik eine gesonderte Bedeutung zugesprochen und als etwas Göttliches angesehen. Die eigentliche Frage: Was bedeutet euch Musik?

Colby: Nun, wir lieben Musik! Wenn wir nicht gerade selber spielen, verbringen wir so ziemlich jede freie Sekunde mit Musik hören. Im Moment laufen John Cale und Notorious B.I.G. im Tourvan rauf und runter.
Andrew: Musik spielt so eine große Rolle, sie ist fester Bestandteil des alltäglichen Lebens. Wie Essen und Vögeln.

Dagegen kann Platon einpacken...

⚡ ⚡ ⚡

believe the hype! Das Debütalbum 'Oshin' gehört gefeiert und zum Teufel mit allen Endjahreslisten, in denen die Platte keinen Platz findet. DIIV haben eine Perle an Land gespült, die besticht durch Klangbrillanz und Authentizität. Dieser Tonträger ist Zachary Cole Smiths aufrichtiger und gelungener Versuch, aus seiner Funktion als Beach Fossils-Gitarrist herauszutreten und subtil sein Innerstes nach außen zu kehren, gekleidet in ein abstraktes Konzept, bei dem Wasserelemente zusammenfließen, ehe sie sich formvollendet in diesem Solo-Projekt ergießen.

Live löst sich die Band vom wohlgeschliffenen Sound ihres Albums und zerlegt dessen Lieder teilweise bis zur Unkenntlichkeit. Charmant wird 'Oshin' durch den Dreck gezogen wie Kaugummi, der seit sieben Jahren auf der Skalitzer Straße klebt. 

Nachdem der Andrang auf die erste Europatour so groß war, dass die Band in Berlin kurzfristig ein Zusatzkonzert gespielt hat, kehren DIIV bereits im November zurück. Wenn das keine Fanliebe ist!

diiv into the oshin

Donnerstag, 20. September 2012

dilworthy: dead skeleton

SÁ SEM ÓTTAST DAUÐANN KANN EKKI AÐ NJÓTA LÍFSINS
SÁ SEM ÓTTAST DAUÐANN KANN EKKI AÐ NJÓTA LÍFSINS
SÁ SEM ÓTTAST DAUÐANN KANN EKKI AÐ NJÓTA LÍFSINS

WER DEN TOD FÜRCHTET KANN DAS LEBEN NICHT GENIESSEN
WER DEN TOD FÜRCHTET KANN DAS LEBEN NICHT GENIESSEN
WER DEN TOD FÜRCHTET KANN DAS LEBEN NICHT GENIESSEN

HE WHO FEARS DEATH CANNOT ENJOY LIFE
HE WHO FEARS DEATH CANNOT ENJOY LIFE

ktrhlzg

Sonntag, 16. September 2012

lied zum sonntag: mother of pearl


Well I've been up all night (again?)
Party-time wasting is too much fun

Then I step back thinking
Of life's inner meaning
And my latest fling

It's the same old story
All love and glory
It's a pantomime

If you're looking for love
In a looking glass world
It's pretty hard to find

Oh mother of pearl
I wouldn't trade you
For another girl

Divine intervention
Always my intention
So I take my time

I've been looking for something
I've allways wanted
But was never mine

But now I've seen that something
just out of reach glowing
Very holy grail

Oh mother of pearl
Lustrous lady
Of a sacred world

Thus: even Zara Thustra
Another-time-loser
Could believe in you

With every goddess a let down
Every idol a bring down
It gets you down

But the search for perfection
Your own predilection
Goes on and on and on and on

Canadian Club love
A place in the Country
Everyone's ideal

But you are my favorita
And a place in your heart, dear
Makes me feel more real

Oh mother of pearl
I wouldn't change you
For the whole world

You're highbrow, holy
With lots of soul
Melancholy shimmering

Serpentine sleekness
Was always my weakness
Like a simple tune

But no dilettante
Filigree fancy
Beats the plastic you

Career girl cover
Exposed and another
Slips right into-view

Oh looking for love
In a looking glass world
Is pretty hard for you

Few throwaway kisses
The boomerang misses
Spin round and round

Fall on featherbed quilted
Faced with silk
Softly stuffed eider down

Take refuge in pleasure
Just give me your future
We'll forget your past

Oh mother of pearl
Submarine lover
In a shrinking world

Oh lonely dreamer
Your choker provokes
A picture cameo

Oh mother of pearl
So so semi-precious
In your detached world

Oh mother of pearl
I wouldn't trade you
For another girl

Mittwoch, 12. September 2012

WAVES VIENNA 2012

Sven Regener hat die Schnauze voll. Als "Banausentum gegen die Künstler" empfindet der Element of Crime-Frontmann und Autor den Umgang mit geistigem Eigentum in der Gesellschaft und kritisiert die wirtschaftliche Entwertung von Musik, seit diese zum selbst- verständlichen Allgemeingut erkoren wurde. In einem Radiointerview auf das Thema Urheberrecht angesprochen, betont Regener dezidiert dessen Wichtigkeit sowohl für Künstler als auch Musiklandschaft und wirft in seiner Wuttirade die notwendige Frage auf: Wieviel ist eine Gesellschaft wert, die ihren Künstlern ins Gesicht pinkelt? Und liefert im selben Atemzug die Antwort: Nichts.

Diese gegenwärtig heikle Debatte um Urheberrechte und ähnliche musikrelevante Gretchenfragen stehen im Fokus der Waves Music Conference, die am 04. und 05. Oktober begleitend zum Waves Musical Festival in Wien stattfinden wird.

Mehr als 35 keynotes, Panels und Workshops behandeln fachspezifische Themen, beispielsweise Handhabe und Bedeutung von Musik-Blogs, die Kunst autarker Konzertveranstaltung oder die Vor- und Nachteile von DIY-Labels. Zusätzlich geben bereits etablierte Musiker in Künstlergesprächen Einblick in ihre Karriere, während neuen Bands eine Plattform geboten wird, um sich und ihr musikalisches Schaffen vorzustellen und professionelles Feedback einzuholen. Als speziellen Programmpunkt bemüht sich das Waves Vienna um eine Annäherung von Ost und West: Neben dem österreichischen Musikgefilde wird besonders den heurigen Gastländern Polen und Frankreich verstärkt Raum gegeben, um das pulsierende Musikgeschehen im eigenen Land zu präsentieren.

Begleitend zur Konferenz geht vom 04. bis 07. Oktober das eigentliche Club- und Showcase-Festival über die Bühne. Eingeläutet wird die zweite Festivaledition im Gartenbaukino mit der österreichischen Uraufführung von „Shut Up and Play the Hits“, einer Dokumentation über LCD Soundsystem; Den Abschluss stellt eine Afterparty in der Pratersauna dar, inklusive gratis (Kater-) Frühstück. Dazwischen liegen mehr als 80 internationale Acts, die vier Tage lang zwölf Locations entlang des Wiener Donaukanals und der Praterstraße im 2. Wiener Gemeindebezirk bespielen. Das äußerst dichte Programm aus Alternative, Elektronik, Rock und Clubmusik lädt dazu ein, mit hochkarätigen Acts gleichermaßen in andere Sphären zu entschwinden wie mit Rohdiamanten, welche es dort noch zu entdecken gilt. Ein paar ausgewählte Juwelen vorab:

Freitag, 7. September 2012

Questionnaire mit The Raveonettes


Pünktlich zum zehnjährigen Bandbestehen veröffentlichen The Raveonettes diesen September ihr mittlerweile sechstes Studioalbum. Aufgenommen in den legendären Sunset Sound Studios, war 'Observator' ursprünglich geplant als eine Los Angeles-Platte, der die Sonne aus den Rillen scheint. Herausgekommen ist ein düsteres Album mit funkelnden Nuancen, angesiedelt irgendwo im Nirgendwo, zwischen Schwermut und betont lässiger Leichtigkeit balancierend. Diese Gratwanderung, die ihre Diskographie beschreitet, findet auf 'Observator' erneut musikalischen Ausdruck: "Ich finde, gute Lieder entspringen unglücklichen Momenten." (Sune Rose Wagner)

Mit 'Observator' bringen Sharin Foo und Sune Rose Wagner ein Album heraus, welches gebührend Platz findet in der Nische seiner Vorgänger. Das dänische Duo beschreitet insofern neue Wege, als dass zum ersten Mal Klaviertasten angeschlagen werden, weitestgehend aber bewegen sich die beiden in ihnen wohlbekannten Gefilden und entwickeln ihren Sound weiter, indem sie ihn intensivieren. Dies verdeutlicht Sunes bescheidene Antwort auf die Frage, ob und inwiefern sich der musikalische Stil der Band innerhalb der vergangenen Dekade entwickelt hätte: "Wir sind besser geworden. Viel besser." In diesem Sinne: Rave On!

Der offizielle Pressetext schildert detailliert die Entstehungs- geschichte von 'Observator' aus Sunes Perspektive. Wie hast du die Arbeit am neuen Album empfunden, Sharin? Ich war anfangs skeptisch, ob wir es schaffen würden, das Album innerhalb einer Woche aufzunehmen. Ich hatte das Gefühl, als seien wir Monate entfernt von einer fertigen Platte! Dementsprechend bin ich an diese Session herangegangen als eine von vielen. Als wir aber im Studio waren, hat sich alles magisch wie von selbst materialisiert. Jene Anfangswoche hat sich wortwörtlich gespielt. Wir schätzen Spontaneität beim Musikmachen und haben das Unmittelbare auf dem neuen Album womöglich mehr aufgegriffen als jemals zuvor.

Die Textzeile 'I like the sun when it don't shine' vom Album-Opener 'Young And Cold' gefällt mir besonders, sehr Velvet Underground-esque! Welche Künstler inspirieren dich schreibtechnisch? Sune: Buddy Holly, Ellie Greenwich, Suicide und Smokey Robinson.

'Curse The Night', das dritte Lied auf dem Album, und 'Mother' von John Lennon teilen sich folgende Textzeile: 'I wanted you, you didn't want me'. Absicht oder Zufall?
(right time right place, marnix) Sune: Das ist mir bis jetzt gar nicht aufgefallen. Großartig!

Zum ersten Mal ist ein Klavier in die Aufnahmen miteingeflossen. Wer von euch beiden klimpert? Und werdet ihr das Klavier künftig mit auf die Bühne bringen? Sune: Ich spiele, aber momentan treten wir ohne Klavier auf. Die neuen Lieder wurden ursprünglich allesamt auf dem Klavier geschrieben, daher war es ganz natürlich, dieses an bestimmten Stellen miteinfließen zu lassen.

Ihr habt ein paar hervorragende Cover-Versionen gemacht wie beispielsweise 'I Wanna Be Adored' von den Stone Roses, 'Riders On The Storm' von den Doors oder 'Everyday' von Buddy Holly. Welches ist dein persönliches Lieblingscover? Sune: Ich liebe die Beatles Version von "Mr. Postman", im Original von The Marvelettes.

Wie findest du Trentemøllers 'Lust' Remix und seinen Edit an eurem 'She's Lost Control'- Joy Division Cover? Sune: Super! Mir gefällt außerdem die "Aly, Walk With Me" Version von Nic Endo sehr.

Stell dir vor, du könntest beliebig eine Person aussuchen, die einen eurer Songs covert: Wer würde welches Lied spielen? Sune: Ich würde gerne Hank Williams "Love Can Destroy Everything" singen hören.

Nick Cave, My Bloody Valentine, Iggy Pop & David Bowie: Alle hatten sie ihre Berlin-Phase. Könntest du dir vorstellen ein Berlin-Album zu machen? Wie klingt Berlin für dich? Sune
: Ich habe eigentlich kein Berlin-Album im Sinn, dafür kenne ich die Stadt zu wenig. Aber sie hat sich sicherlich sehr verändert seit ich ein Kind war und mein Vater mir Geschichten erzählt hat, wie er von Menschen mit Maschinengewehren angehalten wurde. Es gibt bestimmt einen Klang von Berlin, bloß kenne ich ihn nicht. Ich will vielmehr über Sachen schreiben, zu denen ich tatsächlich Bezug habe. Als nächstes will ich unser New York Album machen!